Kindheit in dieser Zeit

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Naturforscher:

Warum kippt ein Baum nicht um?

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Aktion:

Nicht Spielsachen, sondern Sachen zum Spielen

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Nacherleben:

Wie funktioniert das Mauern?

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Absprachen:

Was machen wir heute?

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Zusammenspiel:

Im "Seilsystem". 

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Guckloch:

Der unverstellte Blick in die Küche

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Im Atelier:

Erste Versuche

 

Veränderte Lebensbedingungen - eine veränderte Kindheit fordern Konsequenzen für unsere Arbeit. In der Elementarpädagogik lässt sich nicht mehr so handeln, wie vor zwanzig Jahren.

Für Kinder hat im Laufe der letzten Jahre und Jahrzehnte viel verändert: Sie stehen heutzutage einem besonders reichhaltigen Förder- und Freizeitangebot gegenüber, das sie von der Notwendigkeit einer selbständigen Freizeitgestaltung entbindet. Oft bedeutet dies einen verplanten Alltag nach Terminkalender.

Kinder werden häufig von Förderangebot zu Förderangebot, wie Musikschule, Ballett und Flöten, Reiten, Singkreis etc. gefahren. So kommen spontane Verabredungen immer seltener zustande. Sie weichen pädagogischen Inszenierungen, in denen der Erwachsene mit den Kindern etwas vorhat.

Nicht das einzelne Angebot ist dabei ein Problem, sondern die Menge an Programm. Damit schwindet die Zeit für eigenständiges Spiel und selbstgelenkte Aktionen in Kindergruppen auf der Straße oder auf dem Spielplatz. Dieses Lernfeld, zu dem neben der Straße oder dem Spielplatz auch Feld, Wald und Wiesen gehören und welches selbständig erobert werden konnte, geht den Kindern immer mehr verloren, unter anderem auch, weil die Sorge um Gewalt am Kind und den zunehmenden Straßenverkehr, sowie das bequeme und verlockende Angebot durch die Massenmedien dazu beitragen. 

Für die Entwicklung eines positiven Selbstbildes müssen Kinder die Erfahrung machen können, dass das Resultat ihrer Handlungen aus eigenem Antrieb erfolgt ist. Zufällige oder gar fremdbestimmte Handlungserfahrungen tragen dazu wenig bei. Sie müssen von sich wissen: „ Ich bin etwas, ich kann etwas und ich kann auf dieser Welt eigenständig wirksam werden.“ 

 

  • Die Konsequenz für die Arbeit im Kindergarten ist, mehr Zeit für selbstgeleitetes und eigenständiges Spiel - mehr Freispielzeit. Die Kinder sollen im Kindergarten selbständig aktiv und aus eigener Motivation heraus handeln können.

 

Verabredungen unter Freunden müssen häufig erst telefonisch abgesprochen werden. Besonders beliebt sind Zweiergruppen. Die machen verständlicherweise die wenigsten Probleme, weil es weniger Konflikte, weniger Lärm, etc. gibt. Aber auch die Erfahrungen des häufigen Streits gehörten zum selbstauferlegten Lernprogramm der Kinder. So wird man einmal sozial fit und weiß sich zu arrangieren.

 

  • Die Konsequenz für die Arbeit im Kindergarten ist, Spiel in kleinen Gruppen und Nichteinmischung bei Konflikten, die die Kinder selbst lösen lernen können.

 

Das Kinder mit den unterschiedlichsten Medien aufwachsen, ist längst selbstverständlich und gehört zur kulturellen Gegenwart und Zukunft.

Damit Kinder die zahlreichen Möglichkeiten später nutzen und komplizierte Zusammenhänge begreifen können, bedarf es ganzheitlicher elementarer Erfahrungen, besonders in der Kindheit. Medien wie Fernsehen und Computer vermitteln Erfahrungen jedoch nur aus zweiter Hand und sind für das Lernen der Kinder nur sehr eingeschränkt nützlich, besonders, weil überwiegend nur die körperfernen Sinne, wie das Sehen und Hören angesprochen werden. Das unmittelbare Erleben mit allen Sinnen und das Ausprobieren der Umwelt  ist notwendig für selbsttätiges Erkennen von Zusammenhängen. 

Kinder brauchen Handlungsräume. Auch hier hat sich in den vergangenen Jahrzehnten einiges verändert. 

Schöner wohnen – schöner Garten, die Attraktivität gepflegter Anlagen geht häufig vor den Spielinteressen der Kinder. Die Folge daraus ist, das oft nichts anderes übrig bleibt, als den Kindern ein Programm zu bieten; Spielzeit wird einseitig zur Konsumzeit.

 

  • Die Konsequenz für die Arbeit im Kindergarten ist, den Kindergarten so zu gestalten, dass die Kinder einen "Möglichkeitsraum" vorfinden, in dem vielfältigstes Lernen über Handeln mit Kopf, Herz und Hand möglich ist. Dabei steht nicht das konsumieren, sondern das selbst und aus eigener Initiative tätig sein, im Vordergrund.

© Th. Kühne

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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