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Für
Kinder hat im Laufe der letzten Jahre und Jahrzehnte viel verändert:
Sie stehen heutzutage einem besonders reichhaltigen Förder- und
Freizeitangebot gegenüber, das sie von der Notwendigkeit einer
selbständigen
Freizeitgestaltung entbindet. Oft bedeutet dies einen verplanten Alltag
nach Terminkalender.
Kinder
werden häufig von Förderangebot zu Förderangebot, wie Musikschule,
Ballett und Flöten, Reiten, Singkreis etc. gefahren. So kommen spontane
Verabredungen immer seltener zustande. Sie weichen pädagogischen
Inszenierungen, in denen der Erwachsene mit den Kindern etwas vorhat.
Nicht
das einzelne Angebot ist dabei ein Problem, sondern die Menge an
Programm. Damit schwindet die Zeit für eigenständiges Spiel und
selbstgelenkte Aktionen in Kindergruppen auf der Straße oder auf dem
Spielplatz. Dieses Lernfeld, zu dem neben der Straße oder dem
Spielplatz auch Feld, Wald und Wiesen gehören und welches selbständig erobert werden
konnte, geht den Kindern immer mehr verloren,
unter anderem auch,
weil die Sorge um Gewalt am Kind und den zunehmenden Straßenverkehr,
sowie das bequeme und verlockende Angebot durch die Massenmedien dazu beitragen.
Für
die Entwicklung eines positiven Selbstbildes müssen Kinder die
Erfahrung machen können, dass das Resultat ihrer Handlungen aus eigenem
Antrieb erfolgt ist. Zufällige oder gar fremdbestimmte
Handlungserfahrungen tragen dazu wenig bei. Sie müssen von sich wissen:
„ Ich bin etwas, ich kann etwas und ich kann auf dieser Welt eigenständig
wirksam werden.“
Verabredungen
unter Freunden müssen häufig erst telefonisch abgesprochen werden.
Besonders beliebt sind Zweiergruppen. Die machen verständlicherweise
die wenigsten Probleme, weil es weniger Konflikte, weniger Lärm, etc.
gibt. Aber auch die Erfahrungen des häufigen Streits gehörten zum
selbstauferlegten Lernprogramm der Kinder. So wird man einmal sozial fit
und weiß sich zu arrangieren.
Das
Kinder mit den unterschiedlichsten Medien aufwachsen, ist längst
selbstverständlich und gehört zur kulturellen Gegenwart und Zukunft.
Damit
Kinder die zahlreichen Möglichkeiten später nutzen und komplizierte
Zusammenhänge begreifen können, bedarf es ganzheitlicher elementarer
Erfahrungen, besonders in der Kindheit. Medien wie Fernsehen und
Computer vermitteln Erfahrungen jedoch nur aus zweiter Hand und sind für
das Lernen der Kinder nur sehr eingeschränkt nützlich, besonders, weil
überwiegend nur die körperfernen Sinne, wie das Sehen und Hören
angesprochen werden. Das
unmittelbare Erleben mit allen Sinnen und das Ausprobieren der Umwelt
ist notwendig für selbsttätiges Erkennen von Zusammenhängen.
Kinder brauchen Handlungsräume. Auch hier hat sich in den vergangenen
Jahrzehnten einiges verändert.
Schöner
wohnen – schöner Garten, die Attraktivität gepflegter Anlagen geht häufig
vor den Spielinteressen der Kinder. Die Folge daraus ist, das oft nichts
anderes übrig bleibt, als den Kindern ein Programm zu bieten; Spielzeit
wird einseitig zur Konsumzeit.
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Die
Konsequenz für die Arbeit im Kindergarten ist, den Kindergarten so
zu gestalten, dass die Kinder einen "Möglichkeitsraum" vorfinden, in
dem vielfältigstes Lernen über Handeln mit Kopf, Herz und Hand möglich
ist. Dabei steht nicht das konsumieren, sondern das selbst und aus
eigener Initiative tätig sein, im Vordergrund.
©
Th. Kühne
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