Grundannahmen zum Kind

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Begleitet: 

Barfuss durch den Wald

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Entspannt:

Treffen zum Klönschnack zwischendurch

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Mit Nachdruck:

Kraftvoll in die Knete packen

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Kommunikation:

Die Finger zu Hilfe nehmen.

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Forschung:

Wohin fließt das Wasser?

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Wasser und Sand:

Die Hände schaffen Erfahrungen

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Akteure:

Spontane Aktion im Feispiel.

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Fantastisch:

Der Natur während der Waldwoche abgeschaut.

 

In den vergangenen Jahren haben wir immer wieder an grundlegenden Fragen über den Menschen gearbeitet. Im Bezug auf unser tägliches Handeln und unsere Haltung im Umgang miteinander hat uns beschäftigt, welche Vorstellungen und Theorien über den Menschen und sein Lernen hinter unseren Umgangsweisen stehen. 

Aus den Antworten wurden von uns folgende Grundannahmen über den Menschen gebildet. Besonders gelten folgende Annahmen natürlich dem Wesen des Kindes und den Bedingungen für möglichst gute Lern- und Entwicklungsmöglichkeiten im Kindergarten.

Die Antworten, so eine wichtige Erfahrung vorweg, sind jedoch universell für alle Menschen gültig, denn ein Kind unterscheidet sich strukturell nicht von einem erwachsenen Menschen.

  • Es gibt keinen Grund für uns Erwachsene, in Kindern unreife, unfertige und nur halbe Menschen zu sehen, obwohl oder nur weil wir ihnen an Erfahrungen und Wissen voraus sind.

  • Wir gehen von einer Gleichwertigkeit und Gleichwürdigkeit zwischen uns und den Kindern aus. Diese Gleichheit auf der Ebene des Menschseins ist die Basis unserer Beziehungsgestaltung. Achtung, Wertschätzung und unbedingtes Vertrauen, damit ist auch Vertrauen in die Entwicklungskräfte eines Kindes gemeint, gehören zu unserem Selbstverständnis.

  • Ebenso bedeutsam ist die Einsicht in die Individualität, die Einzigartigkeit eines jeden Menschen.

Diese Werte und Erkenntnisse bilden eine Richtschnur für unsere Haltung zu den Kindern, bzw. zu anderen Menschen. Sie legen auch die Grundlagen für eine gutes Lernklima im Kindergarten und damit für eine gute Entwicklung jeden Kindes, denn nur in einer Atmosphäre der Würde und des Vertrauens kann man sich wohl fühlen und ungestört Erfahrungen mit sich, mit anderen Menschen, der Natur und Umwelt, schließlich mit Gott machen - ganz nach individuellem Tempo und spontaner Erfahrungslust und ohne den Druck, anders sein und nach den Vorstellungen Anderer funktionieren zu müssen.

  • Ein Kind ist ein weltoffenes Wesen. Es will lernen und sich entwickeln und orientiert sich dabei an seinen Vorbildern. Dabei ist es Selbstgestalter seiner Entwicklung.

  • Man kann ein Kind nicht entwickeln. Ein Kind muss seine gewaltige Entwicklungsleistung selbst erbringen und weiß in der Regel, was für seine Entwicklung richtig ist.

  • Kinder sind Forscher. Sie erforschen eigenständig, mit einer ihnen eigenen inneren Dynamik die ihnen gebotene sachliche und soziale Welt.

Diese Aussagen mögen für manche Ohren ungewohnt klingen, sie sind jedoch nur konsequent, wenn man sie aus erkenntnistheoretischer, bzw. neurobiologischer Sicht sieht.
Die Folgen daraus sind:

a. Freiheit für Spiel und Bewegung als wichtigstes Lebens- und Erfahrungselement und Offenheit für die Bildungsbedürfnisse der Kinder in einem anregenden und zu neuen Lernerfahrungen herausfordernden Rahmen und in einer vorbereiteten Umgebung, die die Selbstorganisation von Lernprozessen ermöglicht.

b. Eine Halt gebende, Orientierung und Sicherheit bietende erwachsene Begleiterin, die auf die individuellen Bindungsbedürfnisse der Kindern  eingeht und die auch in ihrer Erfahrungs- und Erlebnislust, ihrem Drang nach Wissen, ihrer „Lust auf Welt" genügend Anregungen bietet und Kinder so mehr mit unserer Kultur bekannt macht.

  • Kinder verhalten sich oder handeln immer richtig. Sie leben nach einer individuellen Logik und nach einer individuellen Vernunft, die in ihrem Bezugssystem Sinn machen und für sie bedeutsam sind. Sie passen sich mit ihrem Handeln den gegebenen Umständen bestmöglich an.

Aus dieser systemischen Sicht ergibt sich, nicht das Kind ändern zu wollen, sondern die Strukturen in denen es lebt und schließlich sich selbst, damit ein Kind andere und vielleicht sinnvollere, vernünftigere und sozial verträglichere Handlungsweisen erlernen kann. Dabei suchen wir mit den Kindern eine Basis des Verstehens. Verstehen heißt jedoch nicht alles zu billigen und jedes Verhalten zu akzeptieren. Wir bieten den Kindern hier Regeln des Zusammenlebens.

Einen Vergleich des traditionellen Bildes vom Kind mit unserem konstruktivistisch/systemisch orientierten Vorstellungen vom Kind bietet die folgende Seite. Die Anregungen dazu kommen aus dem Buch: Offener Kindergarten konkret, Veränderte Pädagogik, Hamburg 1993,Seite 22

 

© Th. Kühne