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Die zukünftige Wissensgesellschaft wird Menschen brauchen, die mit
Selbstbewusstsein, Engagement, viel Lernbereitschaft und großer
Flexibilität auf immer neue Lernanforderungen reagieren können und in der
Lage sind, kommunikativ und kooperativ zusammenzuarbeiten. Zukünftig wird
wieder ein hohes Maß an persönlicher und sozialer Intelligenz verlangt. Für diese wichtigen
Kompetenzen werden alle elementaren Grundlagen im Kindergartenalter
gelegt. Dieser Aufgabe muss sich der Elementarbereich stellen. |
Dabei kommt
es nicht darauf an, dass Kinder jetzt noch mehr lernen müssen, sondern
dass sie ihren Lernhunger bewahren und bereit sind, ihr Wissen ständig
zu erneuern und dazu zu lernen. Bildung wird, ebenso wie auch die Entwicklung
eines Menschen, verstanden, als ein Prozess der Selbstbildung, der vom
Kind ausgeht und nicht steuerbar ist. Kinder brauchen für ihre
Selbstbildung einen vielfältig gestalteten Möglichkeitsraum, mit vielen
Freiheiten zum selbst tätig sein. Dies wird besonders vor dem Hintergrund
der Lebensbedingungen der Kinder heute mit ihren immer stärker werdenden
Einschränkungen für ihre Entfaltung wichtig.
Erkenntnisgewinn, Selbstbildung ist mit Lust und Freude verbunden, wenn
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Kindern ein
individueller und bedürfnisgerechter Lernweg zugestanden
wird,
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Kindern verschiedene Zugänge zu Themen und Inhalten eröffnet werden,
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auf die Fragen der Kinder eingegangen wird, sie forschen,
experimentieren und "Fehler" machen können,
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sie keine Antworten bekommen, auf Fragen, die sie nicht gestellt
haben - wenn sie nicht belehrt werden,
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Lernen mit Kopf, Herz und Hand verbunden sind,
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erwachsene Vorbilder zur Verfügung stehen, die Bedeutsamkeiten
anbieten und Sinn vermitteln können,
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erwachsene Vorbilder dabei sind, die mit ihren Werten eine
Ausrichtung auf ihrem Lernweg bieten,
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Kinder mit anderen Kindern einen
gemeinsamen Lernweg gehen können,
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Kinder Mitgestalter und Mitentscheider
bei Fragen des Kindergartenalltags sind, wenn sie konsequent mit
einbezogen werden.
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Kinder sich insgesamt wohl fühlen und immer wieder neue Lern -
Herausforderungen vorfinden können.
Die Folgerungen
für unsere Arbeit im Kindergarten sind:
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Den natürlichen
Wissensdrang der Kinder zu unterstützen und ihnen bei ihren
Forschungsbemühen, ihren Fragen und ihrer Suche nach Erkenntnissen
Partner und Gegenüber zu sein. Partner, die sie in ihrem
Entwicklungsstreben unterstützen und fördern, und Gegenüber, die sie
an ihrem Wissen teilhaben lassen und ihren mit Werten und Normen,
einer "Ethik des Miteinander" eine Lebensrichtung bieten.
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Eine Vielfalt an
Bildungserfahrungen und Lernanreizen über eine liebevoll vorbereitete Umgebung
anzubieten.
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Individuell auf die
Bildungsbedürfnisse der Kinder einzugehen und Raum für alle Kinder
schaffen.
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Angebote und Projekte
zu entwickeln, die auf Sinnzusammenhänge verweisen und nicht dem
Selbstzweck dienen oder einfach sinnlose Beschäftigung bieten.
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Der Kindergarten
insgesamt als
ein Lebens- und Lernraum zu verstehen, bei dem viele alltägliche Aufgaben,
Pflege, Reparatur, Gestaltung, ... als Lernfelder für Kinder und
ggf. für Erwachsene gesehen werden.
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Eine Atmosphäre
der Gelassenheit, des Vertrauens und der Geborgenheit zu schaffen und
damit die Basis für eigenständiges Lernen zu legen.
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Thesen zum Bildungsverständnis im offenen Kindergarten
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© Th. Kühne |