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Kindergarten als Angebot
Der Kindergarten wird durch ein herausforderndes und immer weiter differenziertes
Raumprogramm zu einer "Lernwerkstatt" für Kinder, in der sie
eigenständig und nach ihrem Tempo ihr Lernen voranbringen können. Selbstverständlich
braucht es neben den Anregungen durch Räume, Gegenstände und Materialien
(dem Schaffen von Gelegenheitsstrukturen) auch Erwachsene, die Kindern
Möglichkeiten eröffnen, die sie noch nicht kennen können, die ihnen
aus ihrem Wissen und ihren Erfahrungen Tipps und Ideen geben und sie
bei ihren Lernprozessen unterstützen und ihnen weiter helfen.
Die Option "nein" zu sagen.
Das Prinzip bei allen Angeboten ist, dass die Kinder letztlich entscheiden,
ob für sie ein Angebot das Richtige ist oder nicht. Sie als "Baumeister
ihrer Entwicklung" haben das letzte Wort. So ist der Begriff im
Wortsinn auch zu verstehen. Für uns Mitarbeiterinnen gilt es also
Ideen zu entwickeln, die den Bedürfnissen der Kinder tatsächlich
entsprechen und die sie entsprechend herausfordern. Lässt sich
ein Kind auf uns ein, haben wir die Bedürfnisse getroffen. Falls
nicht, sind wir gefordert andere Ideen zu entwickeln.
Nicht Ratschläge
und Belehrungen: Es kann nicht darum gehen, die Kinder zu belehren
und ihnen Ratschläge zu machen. Kinder haben ein Recht auf Umwege
und so genannte Fehler - neutraler ausgedrückt, Erfahrungen. Wir
wollen den Wissensdurst und die "Lust auf Welt" der Kinder
aufnehmen und sie teilhaben lassen, an unserer Welt und unseren Erfahrungen.
Angebote, wie viel?
Für diese unterstützende Begleitung, in der ein Kind sich
von den Erwachsenen durch neue Impulse anregen lässt, steht besonders
die Angebotszeit zur Verfügung. Sie umfasst etwa 1/3 der Betreuungszeit,
wobei Morgen- und Schlusskreise dazu gerechnet werden.
Angebote, woher?
In diesem Zusammenhang ist es wichtig den Kindern Bedeutsamkeiten zu
vermitteln. Es geht für die begleitenden Mitarbeiter also nicht
um bloßes Tun als Erfüllung ihres Auftrags, sondern um ihre innere
Beteiligung an den Dingen, die sie den Kindern vermitteln wollen. Dabei
liegt nahe, dass die Erzieherinnen den Kindern etwas anbieten, was auch
ihren persönlichen Interessen entspricht. Angebote, an denen die
Kinder exemplarisch lernen können, werden also genommen aus den
persönlichen Neigungen und Schwerpunkten der Erwachsenen.
Die Kinder stellen Fragen.
Sie kommen damit in den Kindergarten und suchen nach Antworten. Für
uns ist wichtig für diese Fragen, die sich oft nicht nur in Sprache
sondern im Handeln der Kinder ausdrücken, sensibel zu sein und
diese in die Angebotsplanung mit aufzunehmen.
Weiterhin gibt es im Team
die konzeptionelle Vereinbarung und teilweise auch den Auftrag des Trägers,
folgende
Bereiche zum Schwerpunkt der Kindergartenarbeit zu machen.
Immer wieder gestalten
auch Kinder Angebote für andere Kinder. Sie bereiten sich zu Hause
auf diese Angebote vor und besprechen sie mit einer Erzieherin. Dann
steigen sie mit unserer Unterstützung bei der Vorbereitung in die
geplante Anleitung einer Gruppe ein.
Angebote
differenziert: Für die meisten neuen Kinder sind Angebote,
die die Möglichkeiten (und Grenzen) des Kindergartens offenbaren
wichtig zu Beginn ihres Kindergartenlebens. Für ältere Kinder,
die mit dem Kindergarten schon vertraut sind, werden neue Herausforderungen
auch in Form von anderen Angeboten wichtig.
Aus
Beobachtungen und daran anschließenden Teamgesprächen heraus, ergeben
sich Angebote für Kinder, bei denen wir besondere Lernbedürfnisse
vermuten. Etwas, womit die sie vielleicht sinnvoller, klüger, sozialer,...
mit sich und der Welt umgehen können. Hier nehmen wir eine weitere
Möglichkeit wahr, differenziert und individuell auf die Kinder
einzugehen.
© Th. Kühne |